"...und es gibt ihn doch, den Fußballgott!"
Was ein verrückter Abend im altehrwürdigen Old Trafford in Manchester! Pünktlich um 20:45 Uhr wurde die Partie zwischen dem englischen Meister Manchester United und dem spanischen Vizemeister und Pokalsieger FC Sevilla angepfiffen. Die Rollen schienen klar verteilt, verließ doch der langjährige Erfolgstrainer marijusma vor der Saison den Verein und wurde durch den semifähigen Nachwuchstrainer Dirkstir13 ersetzt - dessen unleserliche Handschrift in der bisher sehr wechselvollen Saison schwerer zu erkennen war als die eines Nephrologen nach acht Hefeweizen.
Doch verwundert rieben sich alle Zuschauer bereits nach drei Minuten die Augen - ging der klare Außenseiter aus Andalusien doch tatsächlich nach einem sehenswerten Spielzug durch den Abwehrrecken Marcao in Führung, der gefühlt zum letzten Mal das Tor getroffen hatte, als er noch Windeln trug. Nachdem nun auch noch Varane den Ball im Sechzehner mit dem Hinterteil stoppte und Telles über ihn stolperte, gab die Schiedsrichterin, die in dem Moment anscheinend gerade die letzte Folge von "Gossip Girl" auf den VAR-Bilschirm anschaute, tatsächlich Elfmeter. Telles, der am besten wusste, was passiert war, schnappte sich den Ball und jagte ihn auf die Gästetribüne.
Anscheinend wollte der Fußballgott diese Geste honorieren... Es war wirklich unglaublich - bestimmte doch der Gast aus Sevilla auch das weitere Spielgeschehen und ging verdient mit 2:0 durch Ocampos in der 32. Minute in Führung. Die wütenden Angriffe der Red Devils wurden entweder vom überragenden Bono oder eben dem Fußballgott abgewehrt. Hier ein Schuss über die Latte gelenkt, dort ein Abschluss um den Pfosten gemogelt. So ging es mit einem überraschenden Zwischenstand von 0:2 in die Kabine.
Dann sollte der Krimi aber erst beginnen. Nachdem Gomez auf 0:3 stellte, warf Manchester alles nach vorne und Sevilla begann zu trudeln wie ein Papierschiffchen in einem Tsunami: 1:3, 2:3 und 3:3 - zwischen der 66. und 72. Minute hatte ManU Sevilla im absoluten Würgegriff. Danach konnten sich die Gäste ein wenig befreien und setzten den ein oder anderen Nadelstich. In der 87. wurden sie tatsächlich noch für ihre Tapferkeit belohnt: Suso schloss einen Angriff zum entscheidenden 4:3.
Das ist Fußball, das ist Champions League, meine Damen und Herren!
Vielen Dank an DSC-Marcel für dieses aufregende und faire Match. Es war sehr schlecht für mein Herz, aber Balsam für meine Seele! |