Nizza siegt in der Schlacht von Montepellier
Halbfinale des Coup de France und es sollte ein hochinteressantes Match auf die Fans in Montpellier warten. Die Hausherren unter Trainer Marijusma empfingen die pokalaffine Truppe aus Nizza - mit Blick auf die Tabelle eine vielversprechende Begegnung zweier Teams aus dem oberen Drittel. Und das Spiel sollte halten, was es im Vorfeld versprach.
Viele Chancen - nur Nizza jubelt
Nizza begann die Partie im 5-2-3 und damit ohne große Überraschungen, hatte man dieses System doch schon desöfteren gegen offensivstarke Kontrahenten gespielt. Montpellier setzte dem das gewohnte 4-4-2 entgegen, allen voran natürlich mit Topstürmer Delort in vorderster Front, der für die nötigen Tore sorgen sollte.
Doch jubeln durften in Hälfte 1 erstmal nur die Gästen. Lopes verwandelte nach schönem Angriff über links per Kopf und auch Dolberg verwerte einen Flankenball von der anderen Seite mustergültig per Direktabnahme. Das Muster der Gäste war schnell klar, trotzdem taten sich die Hausherren mit den schnellen Angriffen über die Flügel enorm schwer.
Offensiv zeigten sie sich hingegen gewohnt stark, ließen hier jedoch das ein oder andere mal die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. So scheiterte der sonst so zuverlässige Delort im 1 gegen 1 am stark reagierenden Benitez.
Nizza verpasst Entscheidung - und wird bestraft
In Hälfte 2 zeigte sich das selbe, sehr ausgeglichene Bild, beide Abwehrreihen hatten zudem weiter immer wieder Probleme, klare Torchancen zu verhindern. Auf beiden Seiten blieben die Keeper im 1 gegen 1 jeweils Sieger, Dolberg und Lees-Melou verpassten zudem per Kopf aus teils bester Position die Entscheidung.
Montpellier in dieser Phase eigentlich schwer am schwimmen, dann brachte ein Ballverlust im Strafraumnähe jedoch das schnelle Umschaltspiel der Hausherren zur Geltung. Blitzschnell wurde Delort freikombiniert und markierte in gewohnter Manier den Anschluss. Nizza brauchte augenscheinlich ein paar Momente, um die eigene verpasste Entscheidung und den unnötigen Anschlusstreffer zur verarbeiten. Und das reichte den Hausherren um sogar noch eins drauf zu setzen - Mavididi machte es im 1 gegen 1 dieses mal besser.
Nizza schwamm nun ordentlich, schaffte es aber das Spiel zu beruhigen, sodass der Show-Down in der Verlängerung her musste.
Montpellier eröffnet, doch Dolberg hat das letzte Wort
Und die hätte für Nizza gar nicht schlechter losgehen können. Delort lief sich am Strafraumrand frei und lies mit dem zweiten Kontakt gleich zwei Gegenspieler stehen, den Schuss parierte Benitez wieder stark, jedoch in Richtung Thuram, der nicht mehr ausweichen konnte - 3:2.
Trainer FB_1904 hantierte nun wild an der Seitenlinie und wies seine Schienenspieler an, deutlich offensiver zu werden. Montpellier stand nun aber ebenfalls sicher und lies nur noch wenig zu. Symptomatisch, dass ein Standard zum erneuten Ausgleich herhalten musste. Dolberg setzte sich nach einer Ecke von links durch und köpft unhaltbar ein.
Beiden Teams war nun die Anspannung anzumerken, da ein Lucky Punch unweigerlich das Aus bedeutete. Und diesen hatte schließlich Delort auf dem Silbertablett serviert. Nach Abstimmungsschwierigkeiten in Nizzas 3er Reihe hat er erneut freie Bahn - und legt den Ball am Tor vorbei. Und dieses Mal waren es die Hausherren, die sich zu lange ärgerten. Quasi im Gegenzug spielte Lees-Melou, mit deutlich zu viel Platz am 16er ausgestattet, Dolberg frei. Der machte es aus 8m besser als sein Gegenüber und schob zum entscheidenden 4:3 ein.
Nizza beweist damit einmal mehr, dass sie eine echte Pokalmannschaft sind. "Wir wollen diesen Moment und das kommende Finale genießen. Egal wer auf uns wartet, wir freuen uns und glauben an unsere Chance", so der sichtlich erleichterte Gästetrainer nach der Partie.
GG an marijusma, feiner Kicker, super Trainerkollege. Hast sehr stark gespielt und warst trotz des bitteren Ausscheidens auch nach der Partie ein guter Verlierer. Da können sich die meisten (inkl. meiner Wenigkeit) eine gute Scheibe von abschneiden. |