Verlängerungs-Krimi an der Kieler Förde
Heute hatte die KSV Wehen Wiesbaden zu Gast. Das Team um Coach Bananajoe passabel in die Saison gestartet. 8 Punkte aus 7 Spielen klingen zwar nicht zu 100% danach, allerdings wusste man gegen gute Gegner zu überzeugen und verlor wenn, dann meist knapp. Kiel nach dem 2:4 gegen den KSC wieder ein wenig unter Zugzwang, ein spannendes Spiel daher garantiert.
Die Jungs von der Förde sahen sich aber einem starken Gegner gegenübergestellt. Das gute Stellungsspiel gepaart mit gutem Pressing zwang die KSV zu einem sehr langsamen Spielaufbau, Wiesbaden wiederum versuchte sich im schnellen Umschaltspiel. In der 25.Minute dann der Schock für Wiesbaden. Kiel vorher mit einer kleinen Chance, beim Eckball von Schmidt sah der Wiesbaden-Keeper dann aber alles andere als gut aus. Der Aufsetz-Kopfball kullerte an Freund und Feind vorbei ins Tor. Wiesbaden ließ sich in der Folge nichts anmerken, intensivierte die Offensivbemühungen und konnte folgerichtig binnen 9 Minuten zum Ausgleich kommen. Andrist der Mann am langen Pfosten, der nach Pass seines Mitspielers nur noch einschieben brauchte. In der Folge ein wahrlicher Grabenkampf zwischen beiden Teams. Beide wollten dieses Spiel für sich entscheiden und warfen sich dementsprechend in jeden Ball. In der 75.Minute dann ein Angriff der Wiesbadener, Brandstetter war da und Tor! Jubel auf der Gästeseite, ernste Mienen im Rest des Holstein-Stadions. Noch einmal peitschten die Kieler-Fans mit lauten "KSV, KSV, KSV"-Rufen ihr Team nach vorne, Kenneth Kronholm reißt seine Hände hoch und versucht die Motivation auf seine Mitspieler zu übertragen. Und das gelang! Der direkte Gegenangriff, Wiesbaden logischerweise nun defensiver unterwegs, steht auch weiterhin außerordentlich gut, Mühling kriegte den Ball 18 Meter zentral vor dem Tor. Sollte er den Schuss wagen? Warum nicht? Der 6er zog ab und Tooor! Das 2:2, im Stadionrund am Westring 501 war wieder Stimmung! Und es sollte in der regulären Spielzeit nichts mehr passieren, es ging daher in die Verlängerung. Und die begann mit viel Feuer. Kiel in der 95.Minute im Angriff, Schuss, Parade, Nachschuss von Lewerenz auf das leere Tor, doch der Ball ging nur ans Außennetz. Danach offener Kampf und mit der fortlaufenden Zeit war beiden Akteuren allmählich klar: Das nächste Tor wird die Vorentscheidung bringen. 115.Minute, Kiel in der Vorwärtsbewegung, nachdem der Pass von Wehens LV bei Dehm landet. Pass auf Seydel, der weiter auf Schindler. Seine Flanke zu kurz, sodass ein Verteidiger herausköpfen wollte. Mühling kommt vor dem zweiten Wehen-Spieler an den Ball, hat aber zu viel Tempo, sodass er den Ball wieder an den vorher köpfenden Wiesbaden-Spieler verlierte. Sein Befreiungsversuch wird aber von Mühling abgefälscht und Wehens Torhüter war zu überrascht, um den Einschlag im Tor zu verhindern. Das 3:2 für Kiel, Ekstase pur auf den Tribünen. So war Wiesbaden nun wieder gefordert, und warf alles nach vorne. In der 118.Minute gelang dies auch beinahe. Nach einem Fallrückzieherversuch kriegt Brandstätter den Abpraller auf den Fuß und verzog aus guter Position. Dann in einer Kontersituation der letzte Angriff für die KSV, Lee hatte die nötige Puste und brachte das 4:2. Am Ende ein sehr faires, aber denkbar knappes Resultat. Hat Spaß gemacht, meinem Gegenüber wünsche ich noch alles Gute  |